Teil 2

Entwicklung der Realschule Sulz Teil 2





Französisch, Wahlpflichtfach in der Realschule ab Klasse 7, spielt in manchen Ausbildungsgängen im Anschluss an die Realschule eine wichtige Rolle. Die Beherrschung zweier Fremdsprachen eröffnet den Schülern in Zeiten der Europäischen Einigung und der Globalisierung viele weitere berufliche Möglichkeiten. Deshalb schien es Kollegium und Leitung der RS Sulz geboten, Kontakt zu einer französischen Schule zu suchen! Im Januar 1986 wurde der erste Kontakt zum Collège Marie-Curie in Fontoy hergestellt. Als dort Mme Clothilde Schneider für die Idee eines Schüleraustauschs mit Sulz gewonnen werden konnte, stand der Verwirklichung nichts mehr im Wege. Zusammen mit dem Sulzer Kollegen Wolfgang Hermann baute sie die Schulpartnerschaft mit der Realschule auf. Bis heute ist sie auf französischer Seite der Garant für das Gelingen des jährlichen Austauschs; sie trug in all den Jahren unter wechselnden Bedingungen und Schulleitern die Last der zusätzlichen Arbeit und die Verantwortung für diese Verbindung.

Seit 1976/77 besteht eine Städtepartnerschaft der Stadt Sulz mit Montendre in der Charente-Maritime. Durch regelmäßige gegenseitige Besuche von Schülern, Bürgern, Vereinen und Verwaltung hatten sich herzliche, persönliche Bindungen entwickelt. Der Schüleraustausch mit Montendre wurde ursprünglich getragen vom Gymnasium Sulz. Als dieses sich wegen der fehlenden Aufnahmekapazität des dortigen Collège einen anderen Partner suchen musste, lag es nahe, dass die Realschule an seine Stelle treten würde. Im Zuge des 20-jährigen Jubiläums der Partnerschaft wurden die ersten Kontakte mit dem Collège Samuel Dumenieu geknüpft.

Um genügend Teilnehmer zu haben, fanden sich in Sulz die Hauptschule und die Realschule zu dem gemeinsamen Vorhaben zusammen, so dass am 3. Juni 1997 die ersten Sulzer Real- und Hauptschüler in Begleitung von Frau Caspar und Herrn Hermann die Fahrt ins ferne Montendre antreten konnten. Der Gegenbesuch fand noch im gleichen Monat statt. Auch daraus entwickelte sich eine Verbindung mit regelmäßigem Austausch, die hoffentlich rege und beständig bleibt.

Mit Beginn der neunziger Jahre stieg die Schülerzahl wieder stark an, aus der zweizügigen Schule wurde unaufhaltsam eine dreizügige. Zu Beginn des Schuljahres 95/96 wurden 460 Schüler von 28 Lehrkräften unterrichtet: das Haus platzte wieder aus allen Nähten! Es fehlten wiederum Klassenräume, und auch die Fachräume reichten für die gewachsene Klassenzahl nicht mehr aus. Wieder stand die Stadt Sulz vor einem großen Bauvorhaben, einem 4,5 Millionen-Projekt, und wiederum nahm sie entschlossen diese Herausforderung an. Im August 1995 begann der zweite Erweiterungsbau. Mitten im Hof entstand der Neubau, über einen Steg im ersten Obergeschoss mit dem Altbau verbunden. Er brachte 5 Klassenzimmer, einen neuen Computerraum und einen geräumigen, hellen Zeichensaal im ersten Stock, einen Mehrzweck- und einen Aufenthaltsraum im Erdgeschoss. Die beiden unteren Räume sind durch bewegliche Wandelemente getrennt und können für Veranstaltungen zu einem schönen und großen Raum vereinigt werden. In den ehemaligen Zeichenraum im Altbau konnte nun der Biologiebereich umziehen und damit den bisherigen Engpass im Chemie/ Biologie-Unterricht beseitigen. „Habet Dank für dieses Schmuckstück! Raumnot liegt nun weit zurück, grenzenlos ist unser Glück!“ sangen Schüler und Schulmeister bei der – etwas veränderten - ‚Schulmeisterkantate’ von G.P. Telemann am 25. Oktober 1996 anlässlich der feierlichen Einweihung des Erweiterungsbaus. „Die Stadt Sulz investiert in die Zukunft der Jugend und hat wiederum eine wichtige Etappe im Ausbau der Schulen bewältigt,“ erklärte Bürgermeister Vosseler bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste. Auch der Schulleiter war überzeugt, als er am Ende dieses Schuljahres im Juli 97 in den Ruhestand ging, dass das Raumangebot der Realschule Sulz nun für die Zukunft ausreichen würde.

Der Schulleiterwechsel ging leider nicht so nahtlos wie erhofft vonstatten. Herr Schupp musste bis 15. Dezember die Schule allein weiterführen, bis endlich der Wunschkandidat von Schule und Gemeinde, Dieter Traichel, zum Realschulrektor ernannt wurde und die Amtsgeschäfte in Sulz übernehmen konnte. Er kannte diese Schule ja, hatte er doch schon im Herbst 1982, neu an die Schule versetzt, eine neunte Klasse übernommen und als Englisch- und Klassenlehrer zur ersten Abschlussprüfung geführt. 1995 war er zum Konrektor an der Realschule Balingen ernannt worden und fand nun bei seiner Rückkehr eine weiter gewachsene Schule mit inzwischen 553 Schülern vor.

Entgegen früheren Hoffnungen sind Raumsorgen leider nicht passé. Im Schuljahr 2000/01 mussten zum ersten Mal 4 Eingangsklassen gebildet werden. Der Trend scheint sich fortzusetzen. Im Schuljahr 2002/03 besuchten schon 602 Schüler die Schule und auch im Schuljahr 2003/04 wird es vier 5.-Klassen geben, die Schule steuert auf die Vierzügigkeit zu. Es werden neue Klassenräume und zum Teil auch Fachräume benötigt. Die Planungen dafür laufen zwar, doch die aktuelle Finanzknappheit bei Land und Kommunen erschwert die Realisierung.

Ich hoffe, dass es der immer sehr schulfreundlichen Stadt Sulz gelingen wird, diese nächste Etappe in ihrem Schulbauprogramm zu bewältigen zum Wohle der Kinder, der Stadt und des Landes. Ich wünsche der Schule viele weitere ersprießliche Jahre und dauerhaften Erfolg im Bemühen um eine umfassende, ganzheitliche Bildung und Erziehung der Kinder und in der Gestaltung eines frohen, freundlichen Lern- und Lebensumfelds.

Emil Schmid
Realschulrektor i.R.